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Kirchenstatistik

Christentum in Deutschland: Zahlen und Statistiken (2025)

Rund 36,6 Millionen Deutsche gehören noch einer der beiden großen Kirchen an, doch seit 2024 sind die Konfessionslosen die größte Gruppe. Hier sind die belegten Zahlen zu Mitgliedschaft, Austritten, Gottesdienstbesuch und Glaube in Deutschland.

Pray FocusMarijan Divkovic4. September 20269 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ende 2025 gehörten rund 19,2 Millionen Menschen der katholischen und 17,4 Millionen der evangelischen Kirche an, zusammen etwa 36,6 Millionen oder rund 44 % der Bevölkerung. 2024 wurden erstmals mehr Menschen als konfessionslos (47 %) gezählt als katholisch und evangelisch zusammen (45 %), so die fowid. Die Kirchenaustritte gehen nach dem Rekordjahr 2022 zurück: 2025 traten 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus, der niedrigste Wert seit 2020. Auch Praxis und Glaube schwinden, am stärksten bei jungen Menschen.

  • Ende 2025 zählte die katholische Kirche rund 19,2 und die evangelische 17,4 Millionen Mitglieder, zusammen etwa 36,6 Millionen oder rund 44 % der Bevölkerung (DBK, EKD).
  • 2024 waren erstmals mehr Menschen konfessionslos (47 %) als katholisch und evangelisch zusammen (45 %), so die fowid.
  • 2025 traten 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus, der niedrigste Wert seit 2020, nach dem Rekord von über 520.000 im Jahr 2022 (DBK).
  • Für nur noch 38 % der katholischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig, gegenüber gut der Hälfte im Jahr 2002 (Shell Jugendstudie 2024).

Deutschland war lange ein mehrheitlich christliches Land, doch das ändert sich rasch. Ende 2025 gehörten rund 19,2 Millionen Menschen der katholischen und 17,4 Millionen der evangelischen Kirche an, zusammen etwa 36,6 Millionen und damit rund 44 % der Bevölkerung, so die jährlichen Kirchenstatistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD. Diese Zahlen sind erfasste, kirchensteuerrelevante Mitgliederdaten, keine Umfrageschätzungen. Bereits 2024 überholten die Konfessionslosen mit 47 % erstmals die beiden großen Kirchen zusammen (45 %), so die fowid. Zugleich gehen die Kirchenaustritte nach dem Rekordjahr 2022 wieder zurück. Die folgenden Zahlen stützen sich auf DBK, EKD, fowid, den Bertelsmann Religionsmonitor, die Shell Jugendstudie sowie das BAMF, die verlässlichsten Quellen zum Christentum in Deutschland.

19,2 Mio.

Katholiken in Deutschland (Ende 2025)

17,4 Mio.

evangelische Kirchenmitglieder (Ende 2025)

EKD, 2025Verified
47 %

der Bevölkerung sind konfessionslos

fowid, 2024Verified
6,8 %

der Katholiken besuchen regelmäßig den Gottesdienst

Zentrale Erkenntnisse auf einen Blick

KennzahlWertJahrQuelle
Katholiken in Deutschland19,2 Mio.2025Deutsche Bischofskonferenz
Evangelische Kirchenmitglieder17,4 Mio.2025EKD
Konfessionslose (erstmals größte Gruppe)47 %2024fowid
Kirchenaustritte katholisch (niedrigster seit 2020)307.1172025Deutsche Bischofskonferenz
Regelmäßiger Gottesdienstbesuch (katholisch)6,8 %2025Deutsche Bischofskonferenz
Tägliches Gebet in der Bevölkerung17 %2024Bertelsmann Religionsmonitor
Jede Zahl unten ist auf die primäre Quelle zurückverfolgbar, die sie berichtet, mit angegebenem Datenjahr. Die Kirchenzahlen sind erfasste Mitgliederdaten, keine Umfrageschätzungen.

Wie viele Christen leben in Deutschland?

Das Christentum in Deutschland wird von zwei großen Kirchen getragen: der römisch-katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Ihre Mitgliederzahlen sind besonders belastbar, weil die Kirchenmitgliedschaft in Deutschland ein amtlich erfasster, kirchensteuerrelevanter Status ist und nicht auf einer Umfrage beruht.

19,2 Mio.
2025

Ende 2025 gehörten 19.219.601 Menschen der katholischen Kirche in Deutschland an, so die Kirchenstatistik der Deutschen Bischofskonferenz.

17,4 Mio.
2025

Ende 2025 zählte die Evangelische Kirche in Deutschland rund 17,4 Millionen Mitglieder, so die EKD.

EKDVerified
StatistikWertJahrQuelle
Mitglieder beider großen Kirchen zusammen36,6 Mio.2025DBK / EKD
Anteil beider Kirchen an der Bevölkerung45 %2024fowid
Katholiken als Anteil der Bevölkerung23,7 %2024Deutsche Bischofskonferenz
Evangelische als Anteil der Bevölkerung21,5 %2024fowid
Mitglieder der evangelischen Freikirchen280.0002024VEF
Zusammen kamen die katholische (19,2 Mio.) und die evangelische Kirche (17,4 Mio.) Ende 2025 auf rund 36,6 Millionen Mitglieder, etwa 44 % der Bevölkerung von rund 83,6 Millionen. Die orthodoxen Kirchen und die evangelischen Freikirchen kommen hinzu.

Kirchenaustritte: der Trend wird langsamer

Die Kirchenaustritte erreichten 2022 einen Rekord und gehen seither wieder zurück, bleiben aber auf hohem Niveau. Beide Kirchen verlieren jedes Jahr eine sechsstellige Zahl an Mitgliedern, sowohl durch Austritte als auch durch die Alterung ihrer Mitglieder.

307.117
2025

2025 traten 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus, der niedrigste Wert seit 2020, so die Deutsche Bischofskonferenz.

350.000
2025

2025 traten rund 350.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus, so die EKD.

EKDVerified
StatistikWertJahrQuelle
Katholische Kirchenaustritte 2024321.6112024Deutsche Bischofskonferenz
Höchststand katholischer Austritteüber 520.0002022Deutsche Bischofskonferenz
Evangelische Kirchenaustritte 2024345.0002024EKD
Jährlicher Rückgang der EKD-Mitglieder3,2 %2025EKD
Katholische Taufen110.0002025Deutsche Bischofskonferenz
Nach dem Rekord von über 520.000 katholischen Austritten im Jahr 2022 sank die Zahl 2024 auf 321.611 und 2025 auf 307.117. Ein Kirchenaustritt beendet in Deutschland auch die Kirchensteuerpflicht.

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Konfessionslose sind jetzt die größte Gruppe

Der wichtigste Wendepunkt kam Ende 2024: Erstmals waren mehr Menschen in Deutschland konfessionslos als katholisch und evangelisch zusammen. Die fowid stützt ihre Landschaftszahlen auf die Daten von DBK und EKD und weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen unterschiedlicher Qualität handelt.

47 %
2024

Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung in Deutschland konfessionslos, erstmals mehr als die beiden großen Kirchen zusammen, so die fowid.

fowidVerified
45 %
2024

Ende 2024 gehörten zusammen rund 45 % der Bevölkerung der katholischen (23,7 %) oder der evangelischen Kirche (21,5 %) an, so die fowid.

fowidVerified
StatistikWertJahrQuelle
Konfessionslose46,8 %2024fowid
Katholisch23,7 %2024fowid
Evangelisch21,5 %2024fowid
Muslimisch (organisiert erfasst)3,9 %2024fowid
Sonstige Religionen4,1 %2024fowid
Die fowid-Werte für Ende 2024 sind eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen. 1950 gehörten noch fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an.

Gottesdienstbesuch, Gebet und Gottesglaube

Die formale Mitgliedschaft sagt wenig über die gelebte Praxis aus. Der regelmäßige Gottesdienstbesuch liegt im niedrigen einstelligen Bereich, und auch tägliches Gebet und ein starker Gottesglaube gehen zurück, wie der Bertelsmann Religionsmonitor auf Basis von forsa-Befragungen zeigt.

6,8 %
2025

2025 besuchten 6,8 % der Katholiken regelmäßig den Gottesdienst, nach 6,6 % im Jahr 2024 und 9,1 % vor der Pandemie 2019, so die Deutsche Bischofskonferenz.

17 %
2024

Der Anteil der Menschen in Deutschland, die täglich beten, sank von 23 % auf 17 %, so der Bertelsmann Religionsmonitor.

38 %
2024

Der Anteil mit einem starken Gottesglauben sank von 47 % auf 38 %, so der Bertelsmann Religionsmonitor.

StatistikWertJahrQuelle
Gottesdienstbesuch katholisch 20246,6 %2024Deutsche Bischofskonferenz
Gottesdienstbesuch katholisch vor der Pandemie9,1 %2019Deutsche Bischofskonferenz
Religiös erzogen (von 45 %)38 %2024Bertelsmann Religionsmonitor
16- bis 24-Jährige mit fester Austrittsabsicht41 %2024Bertelsmann Religionsmonitor
Die Daten des Religionsmonitors wurden 2024 vom Meinungsforschungsinstitut forsa erhoben, mit 3.002 repräsentativ befragten Personen ab 18 Jahren.

Junge Menschen und Glaube

Am deutlichsten zeigt sich der Wandel bei den Jüngsten. Die Shell Jugendstudie 2024 belegt eine klare Kluft: Bei christlichen Jugendlichen verliert der Glaube an Bedeutung, während er bei muslimischen Jugendlichen zentral bleibt und sogar zunimmt.

38 %
2024

Für 38 % der katholischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig, gegenüber gut der Hälfte im Jahr 2002, so die Shell Jugendstudie 2024.

79 %
2024

Für 79 % der muslimischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig, ein Anstieg von 72 % im Jahr 2002, so die Shell Jugendstudie 2024.

StatistikWertJahrQuelle
12- bis 25-Jährige, die nie beten49 %2024Shell Jugendstudie
12- bis 25-Jährige, die nie beten (2002)29 %2002Shell Jugendstudie
Junge Muslime, die täglich beten37 %2024Shell Jugendstudie
12- bis 25-Jährige in einer der großen Kirchenrund 50 %2024Shell Jugendstudie
Für die Shell Jugendstudie 2024 wurden 2.509 junge Menschen der Jahrgänge 1998 bis 2012 befragt. 2002 gehörten noch zwei Drittel der 12- bis 25-Jährigen einer der beiden großen Kirchen an.

Andere Religionen in Deutschland

Neben den christlichen Kirchen ist der Islam die größte Religionsgemeinschaft, gefolgt von kleineren Gemeinschaften. Die Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Methoden: Das BAMF schätzt die Zahl der Muslime über die Herkunft, während jüdische und freikirchliche Gemeinden ihre Mitglieder direkt erfassen.

5,5 Mio.
2020

In Deutschland leben zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Musliminnen und Muslime, rund 6,5 % der Bevölkerung, so das BAMF.

BAMFVerified
StatistikWertJahrQuelle
Muslime in Deutschland5,3-5,6 Mio.2020BAMF
Mitglieder jüdischer Gemeinden90.5002023ZWST
Höchststand jüdischer Gemeindemitglieder108.0002006ZWST
Mitglieder evangelischer Freikirchen280.0002024VEF
Die BAMF-Schätzung zählt Menschen mit Migrationshintergrund aus muslimisch geprägten Ländern und misst damit anders als die organisiert erfassten 3,9 % der fowid. Die jüdischen Gemeinden zählten 2023 rund 90.500 Mitglieder, nach einem Höchststand von rund 108.000 im Jahr 2006.

Wie wir diese Statistiken zusammengestellt haben

Jede Zahl auf dieser Seite ist auf eine Primärquelle zurückverfolgbar und auf das Jahr datiert, in dem die Daten erhoben wurden. Die Mitgliederzahlen, Austritte und der Gottesdienstbesuch stammen aus den jährlichen Kirchenstatistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD, erfasste und kirchensteuerrelevante Daten. Die Anteile der religiösen Landschaft stammen von der fowid, die auf den DBK- und EKD-Daten aufbaut und ihre eigenen Schätzmargen ausweist. Angaben zu Gebet, Gottesglaube und Austrittsabsicht stammen aus dem Bertelsmann Religionsmonitor (forsa, 3.002 Befragte), die zu jungen Menschen aus der Shell Jugendstudie 2024. Die Zahl der Muslime stammt vom BAMF, die der jüdischen Gemeinden von der ZWST und die der Freikirchen von der VEF. Wo Datenjahre abweichen, verwenden wir das jeweils aktuellste veröffentlichte Jahr und weisen es aus.

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Häufige Fragen

Quellen

  1. Deutsche Bischofskonferenz, Kirchenstatistik 2025
  2. Deutsche Bischofskonferenz, Kirchenstatistik 2024
  3. EKD, Mitgliedszahlen für das Jahr 2025
  4. EKD, Statistik Kirchenmitglieder
  5. fowid, Religionszugehörigkeiten 2024
  6. Bertelsmann Stiftung, Religionsmonitor (forsa, 2024)
  7. Shell Jugendstudie 2024 (Bericht via evangelisch.de)
  8. BAMF, Zahl der Muslime in Deutschland
  9. ZWST, Mitgliederstatistik der jüdischen Gemeinden
  10. VEF, Vereinigung Evangelischer Freikirchen

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