Kurz gesagt
Ende 2025 gehörten rund 19,2 Millionen Menschen der katholischen und 17,4 Millionen der evangelischen Kirche an, zusammen etwa 36,6 Millionen oder rund 44 % der Bevölkerung. 2024 wurden erstmals mehr Menschen als konfessionslos (47 %) gezählt als katholisch und evangelisch zusammen (45 %), so die fowid. Die Kirchenaustritte gehen nach dem Rekordjahr 2022 zurück: 2025 traten 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus, der niedrigste Wert seit 2020. Auch Praxis und Glaube schwinden, am stärksten bei jungen Menschen.
- Ende 2025 zählte die katholische Kirche rund 19,2 und die evangelische 17,4 Millionen Mitglieder, zusammen etwa 36,6 Millionen oder rund 44 % der Bevölkerung (DBK, EKD).
- 2024 waren erstmals mehr Menschen konfessionslos (47 %) als katholisch und evangelisch zusammen (45 %), so die fowid.
- 2025 traten 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus, der niedrigste Wert seit 2020, nach dem Rekord von über 520.000 im Jahr 2022 (DBK).
- Für nur noch 38 % der katholischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig, gegenüber gut der Hälfte im Jahr 2002 (Shell Jugendstudie 2024).
Deutschland war lange ein mehrheitlich christliches Land, doch das ändert sich rasch. Ende 2025 gehörten rund 19,2 Millionen Menschen der katholischen und 17,4 Millionen der evangelischen Kirche an, zusammen etwa 36,6 Millionen und damit rund 44 % der Bevölkerung, so die jährlichen Kirchenstatistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD. Diese Zahlen sind erfasste, kirchensteuerrelevante Mitgliederdaten, keine Umfrageschätzungen. Bereits 2024 überholten die Konfessionslosen mit 47 % erstmals die beiden großen Kirchen zusammen (45 %), so die fowid. Zugleich gehen die Kirchenaustritte nach dem Rekordjahr 2022 wieder zurück. Die folgenden Zahlen stützen sich auf DBK, EKD, fowid, den Bertelsmann Religionsmonitor, die Shell Jugendstudie sowie das BAMF, die verlässlichsten Quellen zum Christentum in Deutschland.
Zentrale Erkenntnisse auf einen Blick
| Kennzahl | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Katholiken in Deutschland | 19,2 Mio. | 2025 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Evangelische Kirchenmitglieder | 17,4 Mio. | 2025 | EKD |
| Konfessionslose (erstmals größte Gruppe) | 47 % | 2024 | fowid |
| Kirchenaustritte katholisch (niedrigster seit 2020) | 307.117 | 2025 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Regelmäßiger Gottesdienstbesuch (katholisch) | 6,8 % | 2025 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Tägliches Gebet in der Bevölkerung | 17 % | 2024 | Bertelsmann Religionsmonitor |
Wie viele Christen leben in Deutschland?
Das Christentum in Deutschland wird von zwei großen Kirchen getragen: der römisch-katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Ihre Mitgliederzahlen sind besonders belastbar, weil die Kirchenmitgliedschaft in Deutschland ein amtlich erfasster, kirchensteuerrelevanter Status ist und nicht auf einer Umfrage beruht.
Ende 2025 gehörten 19.219.601 Menschen der katholischen Kirche in Deutschland an, so die Kirchenstatistik der Deutschen Bischofskonferenz.
Ende 2025 zählte die Evangelische Kirche in Deutschland rund 17,4 Millionen Mitglieder, so die EKD.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Mitglieder beider großen Kirchen zusammen | 36,6 Mio. | 2025 | DBK / EKD |
| Anteil beider Kirchen an der Bevölkerung | 45 % | 2024 | fowid |
| Katholiken als Anteil der Bevölkerung | 23,7 % | 2024 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Evangelische als Anteil der Bevölkerung | 21,5 % | 2024 | fowid |
| Mitglieder der evangelischen Freikirchen | 280.000 | 2024 | VEF |
Kirchenaustritte: der Trend wird langsamer
Die Kirchenaustritte erreichten 2022 einen Rekord und gehen seither wieder zurück, bleiben aber auf hohem Niveau. Beide Kirchen verlieren jedes Jahr eine sechsstellige Zahl an Mitgliedern, sowohl durch Austritte als auch durch die Alterung ihrer Mitglieder.
2025 traten 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus, der niedrigste Wert seit 2020, so die Deutsche Bischofskonferenz.
2025 traten rund 350.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus, so die EKD.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Katholische Kirchenaustritte 2024 | 321.611 | 2024 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Höchststand katholischer Austritte | über 520.000 | 2022 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Evangelische Kirchenaustritte 2024 | 345.000 | 2024 | EKD |
| Jährlicher Rückgang der EKD-Mitglieder | 3,2 % | 2025 | EKD |
| Katholische Taufen | 110.000 | 2025 | Deutsche Bischofskonferenz |
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Konfessionslose sind jetzt die größte Gruppe
Der wichtigste Wendepunkt kam Ende 2024: Erstmals waren mehr Menschen in Deutschland konfessionslos als katholisch und evangelisch zusammen. Die fowid stützt ihre Landschaftszahlen auf die Daten von DBK und EKD und weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen unterschiedlicher Qualität handelt.
Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung in Deutschland konfessionslos, erstmals mehr als die beiden großen Kirchen zusammen, so die fowid.
Ende 2024 gehörten zusammen rund 45 % der Bevölkerung der katholischen (23,7 %) oder der evangelischen Kirche (21,5 %) an, so die fowid.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Konfessionslose | 46,8 % | 2024 | fowid |
| Katholisch | 23,7 % | 2024 | fowid |
| Evangelisch | 21,5 % | 2024 | fowid |
| Muslimisch (organisiert erfasst) | 3,9 % | 2024 | fowid |
| Sonstige Religionen | 4,1 % | 2024 | fowid |
Gottesdienstbesuch, Gebet und Gottesglaube
Die formale Mitgliedschaft sagt wenig über die gelebte Praxis aus. Der regelmäßige Gottesdienstbesuch liegt im niedrigen einstelligen Bereich, und auch tägliches Gebet und ein starker Gottesglaube gehen zurück, wie der Bertelsmann Religionsmonitor auf Basis von forsa-Befragungen zeigt.
2025 besuchten 6,8 % der Katholiken regelmäßig den Gottesdienst, nach 6,6 % im Jahr 2024 und 9,1 % vor der Pandemie 2019, so die Deutsche Bischofskonferenz.
Der Anteil der Menschen in Deutschland, die täglich beten, sank von 23 % auf 17 %, so der Bertelsmann Religionsmonitor.
Der Anteil mit einem starken Gottesglauben sank von 47 % auf 38 %, so der Bertelsmann Religionsmonitor.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Gottesdienstbesuch katholisch 2024 | 6,6 % | 2024 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Gottesdienstbesuch katholisch vor der Pandemie | 9,1 % | 2019 | Deutsche Bischofskonferenz |
| Religiös erzogen (von 45 %) | 38 % | 2024 | Bertelsmann Religionsmonitor |
| 16- bis 24-Jährige mit fester Austrittsabsicht | 41 % | 2024 | Bertelsmann Religionsmonitor |
Junge Menschen und Glaube
Am deutlichsten zeigt sich der Wandel bei den Jüngsten. Die Shell Jugendstudie 2024 belegt eine klare Kluft: Bei christlichen Jugendlichen verliert der Glaube an Bedeutung, während er bei muslimischen Jugendlichen zentral bleibt und sogar zunimmt.
Für 38 % der katholischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig, gegenüber gut der Hälfte im Jahr 2002, so die Shell Jugendstudie 2024.
Für 79 % der muslimischen Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig, ein Anstieg von 72 % im Jahr 2002, so die Shell Jugendstudie 2024.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| 12- bis 25-Jährige, die nie beten | 49 % | 2024 | Shell Jugendstudie |
| 12- bis 25-Jährige, die nie beten (2002) | 29 % | 2002 | Shell Jugendstudie |
| Junge Muslime, die täglich beten | 37 % | 2024 | Shell Jugendstudie |
| 12- bis 25-Jährige in einer der großen Kirchen | rund 50 % | 2024 | Shell Jugendstudie |
Andere Religionen in Deutschland
Neben den christlichen Kirchen ist der Islam die größte Religionsgemeinschaft, gefolgt von kleineren Gemeinschaften. Die Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Methoden: Das BAMF schätzt die Zahl der Muslime über die Herkunft, während jüdische und freikirchliche Gemeinden ihre Mitglieder direkt erfassen.
In Deutschland leben zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Musliminnen und Muslime, rund 6,5 % der Bevölkerung, so das BAMF.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Muslime in Deutschland | 5,3-5,6 Mio. | 2020 | BAMF |
| Mitglieder jüdischer Gemeinden | 90.500 | 2023 | ZWST |
| Höchststand jüdischer Gemeindemitglieder | 108.000 | 2006 | ZWST |
| Mitglieder evangelischer Freikirchen | 280.000 | 2024 | VEF |
Wie wir diese Statistiken zusammengestellt haben
Jede Zahl auf dieser Seite ist auf eine Primärquelle zurückverfolgbar und auf das Jahr datiert, in dem die Daten erhoben wurden. Die Mitgliederzahlen, Austritte und der Gottesdienstbesuch stammen aus den jährlichen Kirchenstatistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD, erfasste und kirchensteuerrelevante Daten. Die Anteile der religiösen Landschaft stammen von der fowid, die auf den DBK- und EKD-Daten aufbaut und ihre eigenen Schätzmargen ausweist. Angaben zu Gebet, Gottesglaube und Austrittsabsicht stammen aus dem Bertelsmann Religionsmonitor (forsa, 3.002 Befragte), die zu jungen Menschen aus der Shell Jugendstudie 2024. Die Zahl der Muslime stammt vom BAMF, die der jüdischen Gemeinden von der ZWST und die der Freikirchen von der VEF. Wo Datenjahre abweichen, verwenden wir das jeweils aktuellste veröffentlichte Jahr und weisen es aus.
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Häufige Fragen
Quellen
- Deutsche Bischofskonferenz, Kirchenstatistik 2025
- Deutsche Bischofskonferenz, Kirchenstatistik 2024
- EKD, Mitgliedszahlen für das Jahr 2025
- EKD, Statistik Kirchenmitglieder
- fowid, Religionszugehörigkeiten 2024
- Bertelsmann Stiftung, Religionsmonitor (forsa, 2024)
- Shell Jugendstudie 2024 (Bericht via evangelisch.de)
- BAMF, Zahl der Muslime in Deutschland
- ZWST, Mitgliederstatistik der jüdischen Gemeinden
- VEF, Vereinigung Evangelischer Freikirchen