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Kirchenstatistik

Konfessionslose in Deutschland: Zahlen und Statistiken (2024)

Ende 2024 wurden die Konfessionslosen mit rund 47 % erstmals die größte Gruppe in Deutschland, mehr als die katholische und die evangelische Kirche zusammen. Hier sind die belegten Zahlen zu Anteil, langer Entwicklung seit 1950 und dem Ost/West-Unterschied.

Pray FocusMarijan Divkovic5. September 20268 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung in Deutschland konfessionslos (genau 46,8 %), erstmals mehr als die katholische (23,7 %) und die evangelische Kirche (21,5 %) zusammen (45 %), so die fowid. 1950 gehörten noch fast 96 % einer der beiden großen Kirchen an. Getrieben wird der Anstieg von Kirchenaustritten und demografischem Wandel. Der Ost/West-Unterschied ist groß: In Westdeutschland waren 1970 erst 3,9 % konfessionslos, in Ostdeutschland lag der Anteil bis 1989 bei rund 70 %. Eine breitere säkulare Messung kommt für 2022/2023 auf 56 %.

  • Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung konfessionslos, erstmals mehr als die katholische und die evangelische Kirche zusammen (45 %), so die fowid.
  • 1950 gehörten noch fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an, die Konfessionslosen waren also eine kleine Minderheit (fowid).
  • Der Ost/West-Unterschied ist groß: In Westdeutschland waren 1970 erst 3,9 % konfessionslos, in Ostdeutschland bis 1989 rund 70 % (bpb).
  • Eine breitere säkulare Messung kommt für 2022/2023 auf 56 % insgesamt, 73 % in Ostdeutschland und 53 % in Westdeutschland (fowid).

Deutschland war lange ein mehrheitlich christliches Land, doch das hat sich gedreht. Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung konfessionslos, erstmals mehr als die katholische (23,7 %) und die evangelische Kirche (21,5 %) zusammen, so die fowid. Noch 1950 gehörten fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an. Getragen wird dieser Wandel von Kirchenaustritten und demografischem Wandel. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem engeren Begriff konfessionslos (rund 47 %), der sich auf die formale Kirchenmitgliedschaft bezieht, und einer breiteren säkularen Messung (rund 56 %), die auch gelebte Distanz zum Glauben erfasst. Zu beachten ist, dass die fowid-Daten eine Mischung aus verlässlichen Daten und Schätzungen sind. Die folgenden Zahlen stützen sich auf fowid, die bpb sowie die Kirchenstatistiken von DBK und EKD.

46,8 %

der Bevölkerung sind konfessionslos (Ende 2024)

fowid, 2024Verified
45 %

gehören beiden großen Kirchen zusammen an

fowid, 2024Verified
96 %

gehörten 1950 einer der beiden großen Kirchen an

fowid, 1950Verified
56 %

säkulare Messung insgesamt (2022/2023)

fowid, 2023Verified

Zentrale Erkenntnisse auf einen Blick

KennzahlWertJahrQuelle
Konfessionslose (erstmals größte Gruppe)46,8 %2024fowid
Beide großen Kirchen zusammen45 %2024fowid
Kirchenmitglieder 1950fast 96 %1950fowid
Konfessionslose Westdeutschland 19703,9 %1970bpb
Konfessionslose Ostdeutschland um 1989rund 70 %1989bpb
Säkulare Messung insgesamt56 %2023fowid
Jede Zahl unten ist auf die primäre Quelle zurückverfolgbar, die sie berichtet, mit angegebenem Datenjahr. Die fowid-Werte sind eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen.

Der Wendepunkt 2024: Konfessionslose sind jetzt die größte Gruppe

Der wichtigste Wendepunkt kam Ende 2024: Erstmals waren mehr Menschen in Deutschland konfessionslos als katholisch und evangelisch zusammen. Die fowid stützt ihre Landschaftszahlen auf die Daten von DBK und EKD und weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen unterschiedlicher Qualität handelt.

46,8 %
2024

Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung in Deutschland konfessionslos, genau 46,8 %, erstmals mehr als die beiden großen Kirchen zusammen, so die fowid.

fowidVerified
45 %
2024

Ende 2024 gehörten zusammen rund 45 % der Bevölkerung der katholischen (23,7 %) oder der evangelischen Kirche (21,5 %) an, so die fowid.

fowidVerified
StatistikWertJahrQuelle
Konfessionslose46,8 %2024fowid
Katholisch23,7 %2024fowid
Evangelisch21,5 %2024fowid
Muslimisch (organisiert erfasst)3,9 %2024fowid
Sonstige Religionen4,1 %2024fowid
Die katholische und die evangelische Kirche kamen Ende 2024 zusammen auf rund 45 %, die Konfessionslosen mit rund 47 % erstmals auf mehr. Die fowid-Werte sind eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen.

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Die lange Entwicklung seit 1950

Der Aufstieg der Konfessionslosen ist keine Momentaufnahme, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Wandels. 1950 war Deutschland noch fast vollständig kirchlich geprägt, danach lösten Kirchenaustritte und demografischer Wandel die Bindung Schritt für Schritt.

96 %
1950

1950 gehörten noch fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an, die Konfessionslosen waren damals eine kleine Minderheit, so die fowid.

fowidVerified
46,8 %
2024

Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung konfessionslos, so die fowid, ein historischer Höchststand nach jahrzehntelangem Anstieg.

fowidVerified
StatistikWertJahrQuelle
Anteil in einer der großen Kirchenfast 96 %1950fowid
Konfessionslose Westdeutschland3,9 %1970bpb
Konfessionslose Westdeutschland15,5 %1987bpb
Konfessionslose (gesamt)46,8 %2024fowid
Beide großen Kirchen zusammen45 %2024fowid
Der Anstieg wird von Kirchenaustritten und demografischem Wandel getrieben. Die fowid-Daten sind eine Mischung aus verlässlichen Daten und Schätzungen.

Ost und West: ein tiefer Unterschied

Kein anderer Faktor prägt die Konfessionslosigkeit in Deutschland so stark wie die Teilung. In der alten Bundesrepublik blieb die Kirchenbindung lange hoch, während in der DDR bereits vor 1989 eine große Mehrheit konfessionslos war. Diese Kluft wirkt bis heute nach.

3,9 %
1970

In Westdeutschland waren 1970 erst 3,9 % der Bevölkerung konfessionslos, so die bpb.

bpbVerified
70 %
1989

In Ostdeutschland war bereits vor der Wende eine Mehrheit konfessionslos, rund 70 % bis 1989, so die bpb.

bpbVerified
StatistikWertJahrQuelle
Konfessionslose Westdeutschland 19703,9 %1970bpb
Konfessionslose Westdeutschland 198715,5 %1987bpb
Konfessionslose Ostdeutschland um 1989rund 70 %1989bpb
Säkulare Messung Ostdeutschland73 %2023fowid
Säkulare Messung Westdeutschland53 %2023fowid
In Westdeutschland stieg der Anteil der Konfessionslosen von 3,9 % (1970) auf 15,5 % (1987). In Ostdeutschland war bereits um 1989 eine Mehrheit von rund 70 % konfessionslos.

Wie wir diese Statistiken zusammengestellt haben

Jede Zahl auf dieser Seite ist auf eine Primärquelle zurückverfolgbar und auf das Jahr datiert, in dem die Daten erhoben wurden. Die Anteile der religiösen Landschaft und die historischen Werte stammen von der fowid, die auf den Kirchenstatistiken von Deutscher Bischofskonferenz und EKD aufbaut und ausdrücklich darauf hinweist, dass ihre Daten eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen sind. Die Ost/West-Werte stammen aus der bpb. Zu unterscheiden ist der engere Begriff konfessionslos (rund 47 %), der die formale Kirchenmitgliedschaft misst, von der breiteren säkularen Messung (rund 56 % für 2022/2023), die gelebte Distanz zum Glauben erfasst. Wo Datenjahre abweichen, verwenden wir das jeweils aktuellste veröffentlichte Jahr und weisen es aus.

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Häufige Fragen

Quellen

  1. fowid, Religionszugehörigkeiten 2024
  2. fowid, Säkulare in Deutschland: 56 Prozent
  3. bpb, Kirchenbindung und Religiosität in Ost und West
  4. Deutsche Bischofskonferenz, Kirchenstatistik 2025
  5. EKD, Mitgliedszahlen

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