Kurz gesagt
Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung in Deutschland konfessionslos (genau 46,8 %), erstmals mehr als die katholische (23,7 %) und die evangelische Kirche (21,5 %) zusammen (45 %), so die fowid. 1950 gehörten noch fast 96 % einer der beiden großen Kirchen an. Getrieben wird der Anstieg von Kirchenaustritten und demografischem Wandel. Der Ost/West-Unterschied ist groß: In Westdeutschland waren 1970 erst 3,9 % konfessionslos, in Ostdeutschland lag der Anteil bis 1989 bei rund 70 %. Eine breitere säkulare Messung kommt für 2022/2023 auf 56 %.
- Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung konfessionslos, erstmals mehr als die katholische und die evangelische Kirche zusammen (45 %), so die fowid.
- 1950 gehörten noch fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an, die Konfessionslosen waren also eine kleine Minderheit (fowid).
- Der Ost/West-Unterschied ist groß: In Westdeutschland waren 1970 erst 3,9 % konfessionslos, in Ostdeutschland bis 1989 rund 70 % (bpb).
- Eine breitere säkulare Messung kommt für 2022/2023 auf 56 % insgesamt, 73 % in Ostdeutschland und 53 % in Westdeutschland (fowid).
Deutschland war lange ein mehrheitlich christliches Land, doch das hat sich gedreht. Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung konfessionslos, erstmals mehr als die katholische (23,7 %) und die evangelische Kirche (21,5 %) zusammen, so die fowid. Noch 1950 gehörten fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an. Getragen wird dieser Wandel von Kirchenaustritten und demografischem Wandel. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem engeren Begriff konfessionslos (rund 47 %), der sich auf die formale Kirchenmitgliedschaft bezieht, und einer breiteren säkularen Messung (rund 56 %), die auch gelebte Distanz zum Glauben erfasst. Zu beachten ist, dass die fowid-Daten eine Mischung aus verlässlichen Daten und Schätzungen sind. Die folgenden Zahlen stützen sich auf fowid, die bpb sowie die Kirchenstatistiken von DBK und EKD.
Zentrale Erkenntnisse auf einen Blick
| Kennzahl | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Konfessionslose (erstmals größte Gruppe) | 46,8 % | 2024 | fowid |
| Beide großen Kirchen zusammen | 45 % | 2024 | fowid |
| Kirchenmitglieder 1950 | fast 96 % | 1950 | fowid |
| Konfessionslose Westdeutschland 1970 | 3,9 % | 1970 | bpb |
| Konfessionslose Ostdeutschland um 1989 | rund 70 % | 1989 | bpb |
| Säkulare Messung insgesamt | 56 % | 2023 | fowid |
Der Wendepunkt 2024: Konfessionslose sind jetzt die größte Gruppe
Der wichtigste Wendepunkt kam Ende 2024: Erstmals waren mehr Menschen in Deutschland konfessionslos als katholisch und evangelisch zusammen. Die fowid stützt ihre Landschaftszahlen auf die Daten von DBK und EKD und weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen unterschiedlicher Qualität handelt.
Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung in Deutschland konfessionslos, genau 46,8 %, erstmals mehr als die beiden großen Kirchen zusammen, so die fowid.
Ende 2024 gehörten zusammen rund 45 % der Bevölkerung der katholischen (23,7 %) oder der evangelischen Kirche (21,5 %) an, so die fowid.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Konfessionslose | 46,8 % | 2024 | fowid |
| Katholisch | 23,7 % | 2024 | fowid |
| Evangelisch | 21,5 % | 2024 | fowid |
| Muslimisch (organisiert erfasst) | 3,9 % | 2024 | fowid |
| Sonstige Religionen | 4,1 % | 2024 | fowid |
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Die lange Entwicklung seit 1950
Der Aufstieg der Konfessionslosen ist keine Momentaufnahme, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Wandels. 1950 war Deutschland noch fast vollständig kirchlich geprägt, danach lösten Kirchenaustritte und demografischer Wandel die Bindung Schritt für Schritt.
1950 gehörten noch fast 96 % der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an, die Konfessionslosen waren damals eine kleine Minderheit, so die fowid.
Ende 2024 waren rund 47 % der Bevölkerung konfessionslos, so die fowid, ein historischer Höchststand nach jahrzehntelangem Anstieg.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Anteil in einer der großen Kirchen | fast 96 % | 1950 | fowid |
| Konfessionslose Westdeutschland | 3,9 % | 1970 | bpb |
| Konfessionslose Westdeutschland | 15,5 % | 1987 | bpb |
| Konfessionslose (gesamt) | 46,8 % | 2024 | fowid |
| Beide großen Kirchen zusammen | 45 % | 2024 | fowid |
Ost und West: ein tiefer Unterschied
Kein anderer Faktor prägt die Konfessionslosigkeit in Deutschland so stark wie die Teilung. In der alten Bundesrepublik blieb die Kirchenbindung lange hoch, während in der DDR bereits vor 1989 eine große Mehrheit konfessionslos war. Diese Kluft wirkt bis heute nach.
In Westdeutschland waren 1970 erst 3,9 % der Bevölkerung konfessionslos, so die bpb.
In Ostdeutschland war bereits vor der Wende eine Mehrheit konfessionslos, rund 70 % bis 1989, so die bpb.
| Statistik | Wert | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Konfessionslose Westdeutschland 1970 | 3,9 % | 1970 | bpb |
| Konfessionslose Westdeutschland 1987 | 15,5 % | 1987 | bpb |
| Konfessionslose Ostdeutschland um 1989 | rund 70 % | 1989 | bpb |
| Säkulare Messung Ostdeutschland | 73 % | 2023 | fowid |
| Säkulare Messung Westdeutschland | 53 % | 2023 | fowid |
Wie wir diese Statistiken zusammengestellt haben
Jede Zahl auf dieser Seite ist auf eine Primärquelle zurückverfolgbar und auf das Jahr datiert, in dem die Daten erhoben wurden. Die Anteile der religiösen Landschaft und die historischen Werte stammen von der fowid, die auf den Kirchenstatistiken von Deutscher Bischofskonferenz und EKD aufbaut und ausdrücklich darauf hinweist, dass ihre Daten eine Mischung aus belastbaren Daten und Schätzungen sind. Die Ost/West-Werte stammen aus der bpb. Zu unterscheiden ist der engere Begriff konfessionslos (rund 47 %), der die formale Kirchenmitgliedschaft misst, von der breiteren säkularen Messung (rund 56 % für 2022/2023), die gelebte Distanz zum Glauben erfasst. Wo Datenjahre abweichen, verwenden wir das jeweils aktuellste veröffentlichte Jahr und weisen es aus.
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